Erfolgreich selbständig machen – trotz der Einsparungen beim Gründungszuschuss ?

Der Gründungszuschuss beträgt künftig noch immer bis zu 18.000 Euro und bleibt ganz entscheidend für den Erfolg des Vorhabens. Allerdings wird ihn nicht mehr jeder bekommen. Wer es richtig beginnt, hat aber auch künftig gute Chancen auf die Förderung.

10 bedeutende Tipps für Existenzgründer

  1. Sie sind schon bereit zur Gründung oder weit vorangeschritten: Gründen Sie vor dem Stichtag!
    Nutzen Sie am besten die Chance, die Förderung noch in ihrer bisherigen Form zu beantragen. Entscheidend ist das Gründungsdatum, also die Anmeldung beim Gewerbe- bzw. Finanzamt. Wer die Frist nicht einhalten kann, sollte die nachfolgenden Tipps beachten.
  2. Sorgen Sie für einen korrekten Umgang mit der Arbeitsagentur
    Es wird aktiv nach Ablehnungsgründen gesucht werden, um die vorgegebenen Sparziele (Budgetkürzung um 74 Prozent) zu erreichen. Vermeiden Sie daher unbedingt formale Fehler, stellen Sie ihre persönliche Eignung überzeugend dar und begründen Sie Ihre Gründungsentscheidung und -motivation ausführlich und überzeugend, damit Ihr Antrag bewilligt wird.
  3. Schreiben Sie einen überzeugenden Businessplan
    Weisen Sie nach, dass Sie nach angemessener Zeit von Ihren selbständigen Einkünften leben können. Planen Sie jedoch nicht zu optimistisch, da die Arbeitsagentur sonst zu dem Schluss kommt, dass Sie gar keine Förderung benötigen.
  4. Passen Sie Ihren Gründungszeitpunkt an die Kassenlage an
    Der Gründungszuschuss wird nun zur Ermessensleistung. Wenn das Budget augeschöpft ist, müssen viele oder sogar alle Anträge abgelehnt werden, bis wieder neue Mittel zur Verfügung stehen. Wer daher zum richtigen Zeitpunkt gründet bzw. den Antrag stellt, kann seine Chancen verbessern.
  5. Geben Sie bei einer Ablehnung nicht gleich auf!
    Wird Ihr Antrag trotz guter Qualität des Vorhabens abgelehnt, sollten Sie nicht aufgeben. Es bestehen gute Aussichten, über Widerspruch und ggf. Sozialgerichtsverfahren die Förderung doch noch zu erhalten. Viele Arbeitsagenturen werden im Zweifel zunächst ablehnen – in der Hoffnung, dass nur ein Teil der Betroffenen Widerspruch einlegt.
  6. Wählen Sie die richtige fachkundige Stelle
    Auch in der neuen Fassung wird zur Überprüfung der Tragfähigkeit der Existenzgründung die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle benötigt. Durch das Ermessensprinzip kann es regional erhebliche Unterschiede geben: Was die eine Arbeitsagentur als wichtig erachtet, kann in einer anderen Region eher von untergeordneter Bedeutung oder gar negativ sein. Auch können sich die Kriterien immer wieder ändern. Wählen Sie daher ausschließlich erfahrene Existenzgründungsberater, die mit den Gegebenheiten vor Ort gut vertraut sind und die notwendigen Formalitäten kennen.
  7. Nutzen Sie Mikrokredite oder Bankdarlehen
    Erhalten Sie nur den kürzeren Gründungszuschuss oder womöglich gar keinen, so benötigen sie zur Abdeckung des anfänglichen Liquiditätsengpasses eventuell eine Finanzierung. Vorteilhaft sind hier zum Beispiel Mikrokredite. In der ersten Stufe erhält man zumeist lediglich einige tausend Euro, bei zuverlässiger Rückzahlung sind in weiteren Stufen dann aber bis zu 20.000 Euro möglich – insbesondere dann, wenn Sie als Unternehmer auf das Geld wirklich angewiesen sind für den zukünftigen Erfolg. Deutlich aufwendiger ist das Beantragen eines von der KfW geförderten Darlehens, da hier zunächst die Hausbank zu überzeugen ist.
  8. Beginnen Sie frühzeitig mit der Vorbereitung
    Zukünftig benötigt man noch einen Restanspruch von fünf Monaten ALG-I, um den Gründungszuschuss zu erhalten. Es bleiben Ihnen also typischerweise (bei einem Jahr Bezugsdauer) sieben Monate ab Beginn der Arbeitslosigkeit. Das bedeutet für Sie: Beginnen Sie zügig mit den Vorbereitungen, um nicht unter Zeitdruck zu geraten. Notfalls können Sie den Bezug des Arbeitslosengelds einige Zeit ruhen lassen.
  9. Generieren Sie gleich zu Beginn der Selbständigkeit Umsätze
    Die Bezugsdauer des Gründungszuschusses wurde in der ersten Tranche von neun auf sechs Monate gesenkt. Sie sollten daher schon nach dieser Zeit genügend Einnahmen erwirtschaften, um Ihren Lebensunterhalt decken zu können. Beginnen Sie darum schon vor der Gründung mit dem Akquirieren, so dass Sie bereits im ersten Monat Rechnungen stellen können.
  10. Nehmen Sie geförderte Beratung in Anspruch
    Gründer, die Beratung in Anspruch nehmen, sind erfolgreicher und erreichen den Break-even schneller. Deshalb fördert der Staat Beratung vor und nach der Gründung mit einer Vielzahl von Programmen und übernimmt 50 bis 90 Prozent der Kosten. Ein erfahrener Berater kann die Chancen, den Gründungszuschuss oder eine zusätzliche Finanzierung zu erhalten, deutlich verbessern. Die Bewilligung des Gründungszuschusses wiederum ist Voraussetzung für ein gefördertes Gründercoaching nach der Gründung.